Ein Jahr bedarfsgesteuertes Fahren, eine Erfolgsgeschichte.

Bevor an dieser Stelle ein Resümee für das vergangene Jahr gezogen wird, gebührt vielen Menschen ein herzliches Dankeschön:
Den Politikern und Verwaltungsangestellten, die das „Bedarfsgesteuerte Fahren“ erst einmal rechtlich und organisatorisch ermöglicht haben, der Stadt Olfen, die uns in allen Belangen tatkräftig unterstützt hat.

Dem Vorstand des Bürgerbusvereins, der schon lange vor dem Startschuss mit viel Kleinarbeit, Testfahrten und Verbesserungsvorschlägen die Entwicklung und Umsetzung des Programmes vorangetrieben hat. Die Entwicklungsfirma Blue Bizz war uns jederzeit ein zuverlässiger Partner.

Eigentlich an die erste Stelle gehören aber die Bürgerbus Fahrerinnen und –fahrer, die das alles voller Elan mitgetragen haben. Wenn man bedenkt, das viele dieser Leute schon im Rentenalter sind und auch teilweise nicht über einen Computer verfügen, kann das nicht hoch genug anerkannt werden. Der neue Copilot im Bus ist jetzt das iPad, und das wurde sehr schnell akzeptiert und lieben gelernt. Natürlich gab es manchmal Probleme, doch die konnten meistes recht schnell telefonisch gelöst werden.Die Motivation der Fahrerinnen und Fahrer wird auch dadurch gesteigert, daß nicht mehr so viel „Olfener Luft“ spazieren gefahren wird wie im Linienbetrieb, sondern das der Bus jetzt immer mit Fahrgästen besetzt ist.

Vielen Dank auch an die ehrenamtlichen Bürokräfte, die jetzt verstärkt die Mobilitätszentrale im Leohausbüro besetzen. Erst durch ihre Arbeit wird der Bürgerbusbetrieb in optimale Bahnen gelenkt (s. besonderer Artikel).

Nun aber zum eigentlichen Rückblick. Am 16. Januar 2013 war der Startschuss für das „Bedarfsgesteuerte Fahren“, ein Pilotprojekt, das einzigartig in NRW ist und durch eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung Münster ermöglicht wurde. Begünstigt wird dieses Projekt durch die Regionale 2016, die sich auch zum Ziel gesetzt hat, die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern.

23 Fahrgäste nutzten schon am ersten Tag das neue Angebot des Bürgerbusvereins. Im Tiefschnee wurden sie zum Teil aus den Bauernschaften sicher an ihr Ziel gebracht. Besonders erfreulich war, dass viele neue Bürgerbus-Nutzer zu verzeichnen waren.
Der Bürgerbus kann von allen Menschen genutzt werden, jedoch haben sich besonders drei Gruppen herauskristallisiert:

• Ältere Menschen, die nicht mehr Auto fahren möchten oder auch nicht können.
• Vom Alter unabhängige Menschen, die keinen Führerschein oder kein eigenes Fahrzeug haben.
• Kinder und Jugendliche auf dem Heimweg vom Kindergarten oder von der Schule.

Besonders beliebt ist der Bürgerbus bei älteren Leuten für den Transport zu den Veranstaltungen der karitativen Einrichtungen.
Durch die Verdichtung der Haltestellen im Ortskern und der zusätzlichen Haustürbedienung sind kurze Zuwege für die Fahrgäste garantiert. Nach diesem Konzept wird vor allen Dingen den verstreut in den Bauernschaften wohnenden Einwohnern Olfens eine Grundsicherung ihrer Mobilität durch den öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht. Aber auch eine erhebliche Zunahme von rein innerörtlichen Fahrten ist zu verzeichnen.
Eine Steigerung der Lebensqualität insbesondere im Alter durch Teilhabe am öffentlichen Leben wird begünstigt. Die Fahrgäste äußern öfter ihre Zufriedenheit über das neue Bürgerbussystem.

Das ist auch an der Steigerung der Fahrgastzahlen gegenüber 2012 von 57 % zu erkennen und das, obwohl die Jahreskilometerleistung des Busses nur unwesentlich gestiegen ist. Das begünstigt natürlich auch die Betriebskosten des Fahrzeuges.
Aus der unten stehenden Tabelle ist deutlich abzuleiten, dass dieses Pilotprojekt ein voller Erfolg ist.

Pilotprojekt bedeutet von bestehenden Regularien abzuweichen und Neues zu versuchen. Wir werden weiterhin das Projekt vorantreiben um unsere Ziele zu erreichen: Verbesserung der Olfener Infrastruktur, zufriedene Fahrgäste und auch zufriedene Fahrerinnen und Fahrer.
In diesem Sinne gehen wir optimistisch in das Jahr 2014.